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Gabriele Ketterl
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Meinungen
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"Die Legende vom
Krähenmann ist ein Buch das niemanden kalt lässt. Spannend, begeisternd,
traurig, romantisch, zornig, schön - 1000 Gefühle in einem einzigen
Buch" |
Eine erste
Meinung zum Buch:
„Die Legende vom Krähenmann“
handelt von einer ungewöhnlichen jungen Frau. Von Morning Sunshine, die uns von ihrem Leben in einem Indianerstamm in Amerika um 1830 erzählt.
Vom ersten Augenblick fühlte ich mich mit Sunshine verbunden, denn durch die „Ich-Erzählform“ kam es mir so vor, als ob sie mir ihre Geschichte selbst erzählt!
Besonders habe ich mich über die Detailverliebtheit der Autorin gefreut. So konnte ich mir alles bildlich vorstellen. Das Dorf, die Tipis, die Landschaft, die Stammesmitglieder, die Tiere und natürlich am meisten Sunshine, ihren Mann Wolf, Two Faces und alle Menschen, die für Sunshine wichtig sind.
Die Liebe von Sunshine und Wolf ist so wundervoll einzigartig. Sie sind schon seit ihrer Kindheit füreinander bestimmt und das über ein Leben hinaus. Ihre Gefühle füreinander werden zart erzählt und lassen Raum für die eigene Vorstellung. Ich fand das wunderschön und hat bei mir die Sehnsucht nach so einem eigenen Seelenverwandten geweckt. Diese Beziehung ist so erzählt, wie jeder Mensch auf der Welt die Liebe erleben sollte.
Aber auch die Beziehung von Sunshine zu dem mysteriösen Medizinmann ist wunderbar. Die Narrenfreiheit, die Sunshine bei ihm genießt, zeugt davon, wie sehr Two Faces seine Sunshine liebt, es aber oft durch seine zotige Art verdeckt.
Ich habe mich so in die Geschichte hineinversetzt, dass für mich die Vernichtung des Stammes und auch der Tod von Sunshine wie ein Schlag ins Gesicht war. Umso mehr war ich glücklich darüber, dass der Geist von Sunshine in einer Krähe weiter leben durfte. Ich habe mit ihr gelitten, als sie sah, was aus ihrem Wolf wurde, aber ich habe mich auch köstlich amüsiert, als sie mit dem Medizinmann Two Faces ihre herrlichen Wortgefechte weiter führen konnte.
Die Geschichte von Sunshines „Krähenleben“ mit Two Faces im Stamm von Standing Bear hat mir einmal wieder vor Augen geführt, welch schlimme Folgen die Besiedelung der Europäer in Amerika hatte. Ohne Sunshine und Two Faces gäbe es keinen Frieden zwischen dem Stamm von Standing Bear und den Siedlern, aber diese Aufgabe haben die beiden ohne Gewalt gelöst.
Den Zeitsprung von Sunshines Seele fand ich nicht überraschend, denn durch viele kleine Hinweise habe ich so etwas in der Art schon erwartet. Was das kleine Mädchen mitmachen muss schmerzt durch „Ich-Form“ aber extrem. Ich finde es toll, dass Wolf nicht als „fleischgewordener“ Retter zur Hilfe eilt und Sunshine aus den Missständen holt, sondern ihr hilft, den eigenen Charakter zu entwickeln und stark zu werden.
Der schönste Moment ist für mich, als sich der Kreis des Lebens von Sunshine schließt und sie ihren inneren Frieden erreicht.
Durch „Die Legende vom Krähenmann“ habe ich wieder selber über das Leben nach dem Tod nachgedacht. Ich habe mit allen Personen im Buch gelitten, gelacht, geweint und gelebt. Im Gegensatz zu den sexuell motivierten
Romanen, die momentan den Buchmarkt überschwemmen, ist diese Geschichte endlich einmal wieder eine Geschichte mit einem tiefen Sinn, ohne beim lesen anstrengend zu sein. Es ist sicherlich keine leichte und vor allem keine seichte Lektüre, aber trotzdem wunderbar leicht zu lesen.
Ich hoffe nun auf ein Wiedersehen in einem anderen Leben von Sunshine, Wolf, Two Faces und all den anderen lieb gewonnen Personen.
Rezension von:
H. Kotzerke, Nürnberg 09.12.2010
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